Ein Analysenzertifikat (COA) ist nur so vertrauenswürdig wie das Labor, das es ausgestellt hat. Der häufigste Fehler beim Bewerten eines COA: anzunehmen, dass jede Laborprüfung gleichwertig ist. Sie ist es nicht. Der Unterschied zwischen einem akkreditierten unabhängigen Labor und einer firmeneigenen Qualitätskontrolle ist fundamental.
Informationswebsite. Keine medizinische oder rechtliche Beratung. Konsultieren Sie stets eine zugelassene Ärztin oder einen zugelassenen Arzt. Quelle: SAS sas.admin.ch, Swissmedic swissmedic.ch, Juli 2026.
Das Unabhängigkeitsproblem
Wenn ein Peptid-Anbieter sein eigenes Labor betreibt und dort die COA-Prüfung durchführt, liegt ein fundamentales Interessenkonflikt-Problem vor: Die Instanz, die das Produkt verkauft, prüft auch dessen Qualität. Es gibt keinen externen Kontrollmechanismus, der bestätigt, dass die Messwerte korrekt sind, die Methoden valide sind oder die Ergebnisse unverfälscht berichtet werden.
Das bedeutet nicht zwingend, dass firmeneigene Labore schlechte Arbeit leisten. Es bedeutet: Es gibt keine unabhängige Verifikation. In der Schweiz, wo Swissmedic für zugelassene Arzneimittel strenge GMP-Anforderungen (Good Manufacturing Practice) vorschreibt, ist die externe Laborprüfung durch akkreditierte Stellen ein gesetzlicher Standard — nicht eine Empfehlung.
Was ISO/IEC 17025 garantiert
ISO/IEC 17025 ist der internationale Standard für die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Ein nach diesem Standard akkreditiertes Labor hat nachgewiesen:
- Seine Prüfmethoden sind validiert und dokumentiert
- Es nimmt regelmässig an Ringversuchen (Vergleichsmessungen) teil
- Es gibt Messunsicherheiten korrekt an
- Sein Personal ist qualifiziert und regelmässig geschult
- Es unterliegt periodischen externen Audits durch die Akkreditierungsstelle
Ein COA eines ISO/IEC 17025 akkreditierten Labors ist analytisch belastbarer als ein COA ohne Akkreditierungsnachweis — weil ein externer Mechanismus sicherstellt, dass die Methoden dem Stand der Technik entsprechen.
Unabhängig vs. firmeneigen: die entscheidenden Unterschiede
Wie man ein Labor in der Schweiz verifiziert
Swissmedic-Kontext: GMP und Laborunabhängigkeit
Für zugelassene Arzneimittel in der Schweiz schreibt Swissmedic Good Manufacturing Practice (GMP) vor. GMP verlangt u.a. eine unabhängige Qualitätskontrolle, die von der Produktion getrennt ist. Das Prinzip: Wer produziert, darf nicht allein entscheiden, ob das Produkt die Qualitätsanforderungen erfüllt.
Dieses Prinzip gilt regulatorisch nur für zugelassene Arzneimittel. Aber es beschreibt einen analytischen Grundsatz, der für jede seriöse Qualitätsprüfung gilt — unabhängig vom regulatorischen Status des Produkts. Quelle: Swissmedic, GMP-Leitlinien, swissmedic.ch, Juli 2026.
Ein COA ist nur so gut wie das Labor dahinter. Für Forschungspeptide in der Schweiz: Unabhängigkeit des Labors verlangen, ISO/IEC 17025 Akkreditierung prüfen, Labornamen unter sas.admin.ch verifizieren.