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Verifikation · Artikel 01

COA von Peptiden lesen — Schweizer Praxisleitfaden

Schweiz Peptide Redaktion · Juli 2026 · Swissmedic-Kontext

Das Analysenzertifikat (Certificate of Analysis, COA) ist das wichtigste Dokument, das ein Anbieter von Forschungspeptiden liefern muss. Wer ein COA nicht lesen kann, kann keine fundierte Entscheidung über die Qualität eines Peptids treffen. Dieser Leitfaden erklärt die entscheidenden Felder — Schritt für Schritt, ohne Fachwissen vorauszusetzen.

Wichtiger Hinweis

Diese Seite ist ausschliesslich informativ und edukativ. Sie ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Konsultieren Sie stets eine zugelassene Ärztin oder einen zugelassenen Arzt. Quelle: Swissmedic (swissmedic.ch), Juli 2026.

Was ist ein COA und warum ist es wichtig?

Ein COA (Certificate of Analysis) ist ein Labordokument, das die chemische Identität und Reinheit einer spezifischen Charge (Lot) eines Peptids belegt. Es ist die analytische «Visitenkarte» des Produkts. Ohne COA — oder mit einem unzureichenden COA — hat man keine verlässliche Grundlage, um die Qualität eines Peptids zu beurteilen.

In der Schweiz, wo das Heilmittelgesetz (HMG, SR 812.21) den Umgang mit Arzneimitteln und Heilmitteln streng regelt, ist die analytische Dokumentation besonders relevant. Swissmedic, die nationale Aufsichtsbehörde, verlangt für zugelassene Arzneimittel lückenlose Chargenprüfungen. Forschungspeptide ausserhalb klinischer Studien haben keinen Arzneimittelstatus, aber dieselben analytischen Massstäbe bleiben die einzige sachliche Grundlage zur Qualitätsbeurteilung.

Die sechs entscheidenden Felder eines COA

1
Chargennummer (Lot Number)
Die Chargennummer verknüpft das COA mit einem spezifischen physischen Vial. Ohne diese Nummer belegt das COA keine konkrete Ware — es ist analytisch bedeutungslos. Die Chargennummer auf dem COA muss mit der Chargennummer auf dem Vial übereinstimmen.
2
Analysemethode: HPLC
Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) trennt die Substanzen einer Probe nach chemischen Eigenschaften und misst den prozentualen Anteil des gesuchten Peptids. Der Wert muss ≥ 98 % betragen, um als Forschungsstandard zu gelten. Werte unter 95 % sind eindeutig unzureichend. Das COA sollte das Chromatogramm oder zumindest den Integrationsbericht enthalten.
3
Identitätsbestätigung: LC-MS
LC-MS (Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie) bestätigt die molekulare Identität durch Messung der exakten Molekülmasse. HPLC misst Reinheit — LC-MS bestätigt, ob die Substanz tatsächlich das gewünschte Peptid ist. Beide Methoden sind notwendig; keine kann die andere ersetzen. Ein COA ohne LC-MS belegt nur Reinheit, nicht Identität.
4
Unabhängigkeit des Labors
Das COA muss von einem unabhängigen, externen Labor ausgestellt sein — nicht vom Anbieter selbst. In der Schweiz können akkreditierte Labore über die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS, sas.admin.ch) nach ISO/IEC 17025 verifiziert werden. Der Laborname, die Akkreditierungsnummer und die Kontaktdaten sollten im COA stehen.
5
Ausstellungsdatum
Ein COA ohne Datum ist verdächtig. Ein veraltetes COA (über 12–18 Monate) gibt keine Auskunft über die aktuelle Charge. Das Ausstellungsdatum muss zum Produktionsdatum der Charge passen.
6
Lagerungsbedingungen
Korrekte Lagerhinweise (typischerweise −20 °C, lichtgeschützt, trocken) zeigen, dass der Anbieter die Stabilitätsanforderungen des Peptids kennt. Fehlen diese Angaben, ist das ein Warnsignal.

Vergleich: korrektes vs. unzureichendes COA

FeldKorrektes COAUnzureichend
ChargennummerVorhanden, eindeutigFehlt oder generisch
HPLC-Reinheit≥ 98 %, mit ChromatogrammUnter 95 % oder keine Methode
LC-MS-IdentitätMasse bestätigtFehlt
LaborUnabhängig, akkreditiert, SAS-verifizierbarFirmeneigenes Labor
DatumAktuell, zur Charge passendFehlt oder > 18 Monate alt
Lagerung−20 °C, lichtgeschütztKeine Angaben

Häufige Fehler beim COA-Lesen

Der häufigste Fehler ist, ein COA als valide zu akzeptieren, ohne die Chargennummer zu überprüfen. Ein generisches «Musterzertifikat» beweist nichts über das spezifische Vial in Ihrer Hand.

Ein weiterer Fehler: HPLC-Reinheit als einzige Prüfung zu akzeptieren. 99 % HPLC bedeutet, dass 99 % der gemessenen Substanz eine bestimmte Retentionszeit hat — aber nicht, dass es das richtige Peptid ist. LC-MS ist die einzige Methode, die Identität durch Masse bestätigt.

Schliesslich: Laborakkreditierung ignorieren. In der Schweiz garantiert eine ISO/IEC 17025 Akkreditierung (SAS), dass das Labor nach nachgewiesenen Qualitätsstandards arbeitet. Ein nicht akkreditiertes Labor kann analytisch kompetent sein — aber es gibt keine externe Überprüfung dieser Behauptung.

Schweizer Kontext: Swissmedic und Laborakkreditierung

Swissmedic, das Schweizerische Heilmittelinstitut, überwacht zugelassene Arzneimittel auf Basis des Heilmittelgesetzes (HMG, SR 812.21). Für zugelassene Arzneimittel schreibt Swissmedic strenge GMP-Produktionsstandards und lückenlose Chargenprüfungen vor. Obwohl Forschungspeptide ausserhalb klinischer Studien nicht unter diese Zulassung fallen, sind dieselben analytischen Prinzipien die einzige sachliche Grundlage zur Qualitätsbewertung.

Die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) akkreditiert Labore nach ISO/IEC 17025. Eine Liste akkreditierter Labore ist öffentlich unter sas.admin.ch zugänglich.

Ärztliche Beratung

Kein COA ersetzt die medizinische Aufsicht. Konsultieren Sie stets eine zugelassene Ärztin oder einen zugelassenen Arzt, bevor Sie Entscheidungen im Bereich Gesundheit und Forschung treffen.

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